11. Dezember 2017

Rauchmelder und Rauchmelderpflicht

Rauchmelder - Rauchmelderpflicht in NRW
Rauchmelder müssen jährlich getestet werden | © panthermedia.net / Henry Smits-Bode

Rund 70% der Menschen, die bei einem Brand ums Leben kommen, wurden im Schlaf überrascht. Dabei reicht bereits ein simpler Rauchmelder, um die Katastrophe zu verhindern.

Rauchmelderpflicht

Aufgrund der hohen Zahl an Brandopfern, die hätte vermieden werden können, haben sich viele Bundesländer zu einer Rauchmelderpflicht entschieden (Rauchmelder sind Sache der Länder).

Während diese Pflicht zur Installation eines Rauchmelders bereits seit 2013 in den meisten Bundesländern für Neu- und Umbauten gilt, so wird die Nachrüstpflicht zur Installation von Rauchmeldern noch nicht flächendeckend vorangetrieben. Neu dazu kommen wird am 1. Januar 2017 jedenfalls die Rauchmelderpflicht in NRW auch für Bestandsbauten.

Weitere Fristen der Bundesländer lassen sich hier einsehen.

Wer ist für den Einbau verantwortlich?

In den meisten Bundesländern wird die Pflicht zur Nachrüstung dem Eigentümer bzw. Vermieter auferlegt. Die einzige Ausnahme ist Mecklenburg-Vorpommern, wo der Mieter einer Wohnung in die Pflicht genommen wird.

Wartung des Rauchmelders

In den meisten Bundesländern ist der Mieter für die Betriebsbereitschaft und Wartung des Rauchmelders verantwortlich. Allerdings gibt es Bundesländer, ohne eindeutige Regelung. Hier greift die Landesbauverordnung und nimmt den Vermieter in Pflicht.

Der Vermieter darf zwar in vielen Ländern die Wartung an den Mieter übergeben (Zustimmung vorausgesetzt), aber der Nachweis der Übertragung ist im Schadensfall oft schwierig. Da der Vermieter außerdem prüfen muss, ob der Mieter den Rauchmelder gewartet hat (was sich in der Regel als unmöglich erweist) wird die Wartung der Rauchmelder oft an externe  Firmen übertragen. Die Wartung darf dann als Betriebskosten mit dem Mieter abgerechnet werden.

Kosten der Rauchmelder-Installation

Grundsätzlich gilt die Anbringung von Rauchmeldern in einer Mietwohnung als Modernisierung. Aus diesem Grund darf die Anschaffung und Montage (auch durch eine Firma) auf die Miete umgelegt werden. Hierbei gilt, wie bei allen Modernisierungen, dass 11% der gesamten Kosten auf die Jahresmiete umgelegt werden können.

Rechenbeispiel: in einer Mietwohnung werden in Schlafräumen und Flur insgesamt 4 Rauchmelder zu je 20,- EUR angeschafft. Die Montage liegt pro Rauchmelder bei weiteren 5,- EUR. Die Anschaffung und Montage hat insgesamt also 100,- EUR gekostet. Der Vermieter darf nun 11% (= 11,- EUR) auf die Jahresmiete aufschlagen. Das sind rund 92 Cent pro Monat.

Die Wartung durch eine Drittfirma wird pro Rauchmelder meistens im Bereich von ca. 5,- EUR liegen. Natürlich gibt es Firmen, die teurer oder billiger sind, aber 5,- EUR ist aktuell ein ungefährer Richtwert.

Häufig Streit um Rauchmelder

Häufig gibt es Streit zwischen Vermieter und Mieter bezüglich der Rauchmelder. Hier die wichtigsten Punkte:

Rauchmelder sind Vermietersache. Der Vermieter ist in der Pflicht. Darum darf der Vermieter selbst bestimmen, welche Rauchmelder installiert werden. Dies gilt leider auch dann, wenn der Mieter bereits eigene Melder montiert hat.

Der Vermieter haftet für Fehlalarme. Muss unter Umständen die Tür gewaltsam geöffnet werden, so haftet der Vermieter für Fehlalarme seiner Melder und hat den Schaden zu ersetzen.

Der Vermieter darf selbst entscheiden, welche Räume ausgerüstet werden. Er muss sich lediglich daran halten, dass in den vorgeschriebenen Räumen zwingend welche installiert werden müssen. Es steht ihm jedoch frei, zusätzliche Melder zu installieren und auf die Miete umzulegen.

Zusammenfassung

Rauchmelder retten Leben. Leider gibt es in Deutschland keine einheitliche Rauchmelderpflicht, obwohl das kleine Gerät meist nur zwischen 10,- und 20,- EUR kostet. Wenn man bedenkt, dass durch die Helmpflicht für Motorradfahrer deutlich höhere Kosten anfallen, ist das schon traurig. Günstige Rauchmelder finden Sie bei Amazon*. Wir empfehlen Rauchmelder mit 10-jahres Batterie.

 

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