23. September 2018

Motten in der Küche

Vorratsgläser gegen Motten
Vorräte immer fest gegen Motten verschließen © depositphotos.com @ ronyzmbow

Neulich hatte eine Bekannte Motten in der Küche, woraus sich ein ziemliches Drama entwickelte. Eigentlich war es zuerst nur ein kleiner schwarzer Strich an der Wand. Doch als die Bekannte diesen Strich mit einem Lappen wegwischen wollte, flatterte er plötzlich los. Es war eine Lebensmittelmotte. Meine Bekannte nahm das nicht ernst und kümmerte sich nicht drum. Bereits wenige Wochen später hatte sie dann eine Mottenplage in der Küche und echte Probleme, diese wieder loszuwerden.

Ich habe mich deshalb entschieden, hier eine Anleitung zu veröffentlichen, wie man am besten Lebensmittelmotten in der Küche wieder loswird.

Die Lebensmittelmotte

Eine Lebensmittelmotte an sich gibt es eigentlich nicht. Vielmehr ist dies ein Sammelbegriff für eine Reihe von Lebensmittelschädling. In den meisten Fällen handelt es sich um Schmetterlinge. Hierunter fallen zum Beispiel die Dörrobstmotte, die Mehlmotte oder die Kornmotte. Lebensmittelmotten gibt es auf der ganzen Welt häufig direkt im menschlichen Umfeld.

Sobald in der Küche Motten umherflattern, ist der Schaden schon geschehen und man kann von einer Mottenplage ausgehen. Dies liegt daran, dass erwachsene Motten nur noch ein bis zwei Wochen leben, sich ausschließlich der Fortpflanzung widmen und dabei noch nicht mal mehr fressen. In diesen zwei Wochen legen die Weibchen mehrere 100 Eier in ihren Verstecken ab. Daraus entstehen viele neue Mottenlarven. Diese Larven ernähren sich dann von den Lebensmitteln und anderen Dingen in der Küche.

Man kann sich ausrechnen, was bereits durch wenige Weibchen für ein Schaden angerichtet werden kann, wenn alle Weibchen ihre Eier abgelegt haben. Zu den Vorlieben der Mottenlarven zählen alle Getreideprodukte, also auch nicht nur Mehl sondern auch Nudeln, Haferflocken, etc. Lebensmittelmottenlarven fressen aber auch andere Dinge, wie zum Beispiel Nüsse, Samen, Dörrobst, Tierfutter, Schokolade, Gewürze, Kaffee und vieles mehr.

Wichtig: befallene Lebensmittel sind für den Menschen nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Lebenszyklus

Die abgelegten Eier der Weibchen entwickeln sich ähnlich wie andere Insekten. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven aus dem Ei und fressen sich durch die Vorräte. Die Larve durchläuft verschiedene Häutungsstadien. Die Haut bleibt dabei als Gespinst in der Nahrung zurück. Je nach Umweltbedingungen (Wärme, Feuchtigkeit und Nahrungsangebot) dauert das Larvenstadium wenige Wochen bis mehrere Monate.

Herkunft

Lebensmittelmotten werden in den allermeisten Fällen selbst ins Haus gebracht. In den Supermärkten finden sich die Tierchen bereits in verschlossenen Verpackungen (Mehl, Nudeln, usw.) und Kartonagen. Sollten Sie eine Packung mit sichtbaren Gespinsten entdecken, lassen Sie die Ware im Regal stehen und informieren eine Verkäuferin.

Lebensmittel sollten zu Hause zügig verzehrt und nicht lange gelagert werden. Am sichersten ist die Strategie, alle Lebensmittel in gut verschließbare Behältnisse um zu füllen. Wischen Sie Ihre Schränke nur trocken aus, denn Feuchtigkeit hilft den Larven bei der Entwicklung.

Bekämpfung

Um die Motten wieder loszuwerden, sollten Sie zuerst das Ausmaß des Befalls abschätzen, alle Lebensmittel auf Eier, Larven, Gespinste und Verklumpen untersuchen und notfalls direkt wegwerfen. Die Lebensmittel gehören keinesfalls auf den Kompost.

Ist der Befall bereits größer, so helfen Nützlinge am besten. Bei Lebensmittelmotten haben sich die kleinen Schlupfwespen (Trichogramma evanescens) bestens bewährt. Diese sind höchstens 0,4 mm groß und können nicht fliegen. Sie sind weder für Menschen noch Haustiere lästig oder gar gefährlich. Diese können Sie sehr gut und günstig auf https://www.schlupfwespen-shop.de/  erwerben. Hier kümmert man sich auch darum, dass die nächste Lieferung an Schlupfwespen immer zur passenden Zeit an Sie verwendet wird.

Diese kleinen Schlupfwespen legen ihre Eier direkt in die Motteneier ab. Dadurch können keine neuen Mottenlarven entstehen.

Diese Schlupfwespen müssen über einen Zeitraum von neun Wochen mindestens dreimal im Abstand von jeweils drei Wochen ausgebracht werden. Nur so ist gewährleistet, dass tatsächlich der Mottenzyklus vollständig unterbrochen ist.

Erfolgskontrolle

Nach Ablauf der genannten Zeit sollte man einige Pheromonfallen aufstellen. Diese Fallen locken über ein Sexuallockstoff die Männchen an. Bleiben die Fallen leer, so war die Bekämpfung der Motten erfolgreich. Andernfalls sollte man die Anwendung der Schlupfwespen wiederholen.